Richtige Ohrpflege: So reinigen Sie Ihre Ohren schonend und sicher
Unsere Ohren begleiten uns durch den ganzen Tag. Sie lassen uns Gespräche führen, Musik genießen und die kleinen Geräusche des Alltags wahrnehmen. Doch während wir unsere Haut und Zähne ganz selbstverständlich pflegen, wissen viele Menschen nicht genau, wie die richtige Ohrpflege eigentlich funktioniert.
Darf man Wattestäbchen verwenden? Muss Ohrenschmalz regelmäßig entfernt werden? Und was sollten Menschen beachten, die Hörgeräte tragen?
Wir vom Hörlädle erklären Ihnen, worauf es bei der Ohrpflege ankommt und wie Sie Ihre Ohren im Alltag schonend reinigen können.
Warum ist die richtige Ohrpflege wichtig?
Unsere Ohren verfügen über einen natürlichen Reinigungsmechanismus. Der äußere Gehörgang reinigt sich normalerweise selbst und benötigt deshalb keine zusätzliche Reinigung von innen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Ohrenschmalz, das in der Fachsprache Cerumen genannt wird. Es ist keineswegs ein Zeichen mangelnder Hygiene, sondern erfüllt mehrere wichtige Aufgaben.
Ohrenschmalz hält die empfindliche Haut im Gehörgang geschmeidig, bindet Staub und Schmutzpartikel und unterstützt den natürlichen Schutz des Ohrs.
Durch die natürlichen Bewegungen der Haut im Gehörgang und Bewegungen des Kiefers, beispielsweise beim Kauen oder Sprechen, wird das Ohrenschmalz langsam in Richtung Ohröffnung transportiert.
Dort kann es bei Bedarf vorsichtig entfernt werden.
Für die richtige Ohrpflege gilt deshalb: Weniger ist häufig mehr.
Ohren richtig reinigen: So einfach geht es
Für die tägliche Ohrpflege benötigen Sie keine speziellen Reinigungsinstrumente. In den meisten Fällen genügt ein weicher Waschlappen und etwas lauwarmes Wasser.
Reinigen Sie damit vorsichtig die äußere Ohrmuschel und den Bereich hinter den Ohren. Auch sichtbares Ohrenschmalz am Eingang des Gehörgangs können Sie sanft mit einem Tuch entfernen.
Anschließend trocknen Sie die gereinigten Stellen behutsam ab.
Wichtig ist, dass Sie dabei nicht in den Gehörgang eindringen. Denn dieser reinigt sich normalerweise von selbst.
Warum Wattestäbchen nicht in den Gehörgang gehören
Viele Menschen verwenden Wattestäbchen, um ihre Ohren besonders gründlich zu reinigen. Tatsächlich können sie dabei jedoch das Gegenteil bewirken.
Wird ein Wattestäbchen in den Gehörgang eingeführt, kann es das Ohrenschmalz tiefer hineinschieben. Dort kann es sich ansammeln und unter Umständen einen Pfropf bilden, der den Gehörgang teilweise oder vollständig verschließt.
Außerdem besteht die Gefahr, die empfindliche Haut des Gehörgangs oder sogar das Trommelfell zu verletzen.
Verzichten Sie deshalb auf Wattestäbchen im Gehörgang. Für die Reinigung der äußeren Ohrmuschel reicht ein weicher, angefeuchteter Waschlappen vollkommen aus.
Ohrenschmalz entfernen: Wann ist es notwendig?
Ohrenschmalz gehört zu einem gesunden Ohr dazu und muss normalerweise nicht entfernt werden.
Bei manchen Menschen funktioniert die natürliche Selbstreinigung jedoch nicht ausreichend. Dann kann sich Ohrenschmalz im Gehörgang ansammeln und einen sogenannten Ohrenschmalzpfropf bilden.
Dieser kann beispielsweise dazu führen, dass Geräusche gedämpft wahrgenommen werden oder sich das Ohr verstopft anfühlt.
Versuchen Sie in diesem Fall nicht, das Ohrenschmalz mit Wattestäbchen oder anderen Gegenständen selbst zu entfernen. Eine ärztliche Untersuchung kann klären, ob tatsächlich ein Ohrenschmalzpfropf vorliegt und ob eine professionelle Entfernung notwendig ist.
Auch Ohrentropfen und Ohrensprays sollten nicht ohne Weiteres verwendet werden. Ob solche Produkte geeignet sind, hängt unter anderem vom Zustand des Gehörgangs und des Trommelfells ab.
Ohrpflege bei Hörgeräten: Was ist besonders wichtig?
Wer Hörgeräte trägt, sollte neben der normalen Ohrpflege auch auf die regelmäßige Reinigung seiner Hörsysteme achten.
Denn Ohrenschmalz und Feuchtigkeit können die Funktion von Hörgeräten beeinträchtigen. Besonders an den Bereichen, die direkt mit dem Ohr in Kontakt kommen, können sich mit der Zeit Ablagerungen bilden.
Eine sorgfältige Pflege hilft dabei, die Funktionsfähigkeit und den Tragekomfort der Hörgeräte zu erhalten.
1. Hörgeräte regelmäßig reinigen
Kontrollieren Sie Ihre Hörgeräte regelmäßig auf sichtbare Verschmutzungen. Besonders die Ohrpassstücke, Schirmchen und Schallaustrittsöffnungen benötigen Aufmerksamkeit.
Welche Reinigung geeignet ist, hängt vom jeweiligen Hörsystem ab. Verwenden Sie deshalb ausschließlich die vom Hersteller empfohlenen Pflegeprodukte und Reinigungsmethoden.
2. Hörgeräte vor Feuchtigkeit schützen
Hörgeräte sind täglich unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt. Dazu gehören beispielsweise Schweiß, hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen.
Je nach Hörgerätemodell und Herstellerempfehlung kann eine geeignete Trocknungslösung sinnvoll sein. Welche Möglichkeiten für Ihre Hörsysteme infrage kommen, erklären wir Ihnen gerne persönlich.
3. Hörgeräte professionell kontrollieren lassen
Wenn Ihr Hörgerät plötzlich leiser klingt, pfeift oder nicht mehr wie gewohnt funktioniert, kann eine Verschmutzung die Ursache sein.
Manchmal genügt bereits die fachgerechte Reinigung oder der Austausch eines dafür vorgesehenen Filters, damit das Hörsystem wieder zuverlässig arbeitet. Es können allerdings auch andere Ursachen dahinterstecken.
Im Hörlädle unterstützen wir Sie bei der Reinigung, Wartung und Pflege Ihrer Hörgeräte. Gemeinsam achten wir darauf, dass Ihre Hörsysteme optimal funktionieren und angenehm zu tragen sind.
Diese Fehler sollten Sie bei der Ohrpflege vermeiden
Bei der richtigen Ohrpflege kommt es nicht darauf an, möglichst gründlich zu reinigen. Viel wichtiger ist es, den natürlichen Schutz des Ohrs nicht zu beeinträchtigen.
Vermeiden Sie deshalb folgende Gewohnheiten:
Wattestäbchen im Gehörgang verwenden: Sie können Ohrenschmalz tiefer hineinschieben und Verletzungen verursachen.
Mit Gegenständen im Ohr reinigen: Haarnadeln, Pinzetten oder ähnliche Hilfsmittel können den Gehörgang und das Trommelfell verletzen.
Ohrenkerzen benutzen: Ihre reinigende Wirkung ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Zudem besteht die Gefahr von Verbrennungen und anderen Verletzungen.
Den Gehörgang unnötig reinigen: Der natürliche Reinigungsmechanismus funktioniert bei den meisten Menschen ohne zusätzliche Unterstützung.
Hörgeräte mit ungeeigneten Reinigungsmitteln behandeln: Wasser oder aggressive Reinigungsmittel können empfindliche Bauteile beschädigen. Beachten Sie daher immer die Pflegehinweise Ihres Hörgeräteherstellers.
Gutes Hören beginnt mit Aufmerksamkeit
Neben der richtigen Ohrpflege lohnt es sich, auch dem eigenen Hörvermögen regelmäßig Aufmerksamkeit zu schenken.
Vielleicht fällt Ihnen auf, dass Sie in Gesprächen häufiger nachfragen müssen, Stimmen in geräuschvoller Umgebung schlechter verstehen oder den Fernseher lauter stellen als früher.
Solche Veränderungen können Hinweise auf eine nachlassende Hörleistung sein.
Ein Hörtest hilft dabei, das eigene Hörvermögen besser einzuschätzen.
Im Hörlädle bieten wir Ihnen einen kostenlosen und unverbindlichen Hörtest an. Dabei nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und beraten Sie persönlich zu Ihrem Hörvermögen und den Möglichkeiten moderner Hörsysteme.
Bitte beachten Sie: Plötzlich auftretende Hörprobleme, Ohrenschmerzen oder Ausfluss aus dem Ohr sollten ärztlich abgeklärt werden.
Fazit: Richtige Ohrpflege muss nicht kompliziert sein
Gesunde Ohren benötigen meist weniger Pflege, als viele Menschen vermuten. Eine sanfte Reinigung der äußeren Ohrmuschel genügt im Alltag normalerweise vollkommen.
Auf Wattestäbchen und andere Gegenstände im Gehörgang sollten Sie verzichten. Wer Hörgeräte trägt, achtet zusätzlich auf die regelmäßige und fachgerechte Pflege seiner Hörsysteme.
Denn gutes Hören trägt wesentlich dazu bei, Gespräche, gemeinsame Erlebnisse und die vielen schönen Momente des Alltags bewusst wahrzunehmen.
Sie haben Fragen zur Pflege Ihrer Hörgeräte oder möchten Ihr Hörvermögen überprüfen lassen?
Wir vom Hörlädle sind gerne für Sie da. Besuchen Sie uns und lassen Sie sich persönlich beraten.
